Dharamsala und Dharamkot – ein schönes Fleckchen im Himalaya

Ich war ja schon einige Mal im Himalaya. Neben Naggar und Manali besuchte ich gemeinsam mit Nipun und später auch Yogi auch schon zwei Mal Dharamsala. Eigentlich wohnten wir im Nachbarort Dharamkot, aber Dharamsala ist weitaus bekannter. Seine Heiligkeit der 13. Dalai-Lama wohnt seit seiner Flucht aus Tibet in dieser Stadt.


Von der eigentlichen Stadt haben wir uns aber nicht angesehen. Wir sind schnurstracks auf den Berg hinauf in das Viertel „McLeod Ganj“. Dort befindet sich das Kloster des Dalai-Lama und auch sonst alle Sehenswürdigkeiten sowie alle Touristen. Viele wissen nicht einmal, dass am Fuße des Berges eine ganze Stadt erblüht.

Ein Bergdörfchen im Himalaya

Das erste Mal kamen wir im Frühling 2016 nach Dharamkot. Wir nahmen den Nachtbus (AC) von Delhi nach Dharamsala und die restlichen 15km nach Dharamkot nahmen wir eine Autoriksha. Ich war noch ein Indienneuling und war sofort hin und weg. Nipun war schon etwas abgeklärter und zeigte mir dadurch auch die Seiten hinter den Glitzervorhang, der für Touristen aufgehängt wird. Nichtsdestotrotz war es ein nettes kleinen Bauerndörfchen. Wir wohnten weit oben ab Berg. Im Zentrum von Dharamsala gab es aber sogar schon ein paar Touri-plätze: zwei Cafés und zahlreiche kleine Geschäfte, die Edelsteine, Schmuck, Schals etc. anboten. Ein Geheimtipp war Dharamkot also nicht mehr. Dennoch fühlten wir uns hier sehr wohl. Wir kamen ohne hin nicht oft von unserem Berg runter und bekamen von den Touristen nichts mit.

Wenn wir unseren Stützpunkt verlassen haben, sind wir immer noch weiter hinauf. So fanden wir auch einen wunderbaren Wasserfall. Wir erreichten diese Klamm nach 1,5h Wanderung auf einem kleinen Pfad. Dort trafen wir auf keine Touristen. Nur ein Einheimischer lebte dort und machte uns sogar eine kleine Jause. Dies sind die Erlebnisse, die meinen Leben das gewisse etwas verleihen.

Dharamsala – Religiösität, Shoppingwahn und Momos

Zwei, drei Mal trauten wir uns sogar ins Tal hinunter nach McLeod Ganj. Wir besuchten das Kloster des Dalai-Lama. Wie es da für mich war kannst du hier nachlesen. Zufälligerweise traf ich dort auch eine Kindheitsfreundin von mir. Ich bin schon mit ihr in den Kindergarten gegangen und wir beide waren schon immer etwas anders als andere 😉 Sie folgt seit Jahren dem buddhistischen Weg und verbrachte einige Wochen in einem Kloster in Dharamsala um Tibetisch zu lernen. Ist es nicht wunderbar wie das Leben manchmal verläuft? Einst spielten wir gemeinsam Puppenküche und dann treffen wir uns zufällig am anderen Ende der Welt, nur um festzustellen, dass wir uns sehr ähnlich entwickelt haben.

Unser zweiter Besuch in Dharamsala

Das zweite Mal kamen wir im Sommer 2017 mit dem Auto nach Dharamkot. Getrieben von unseren wunderbaren Erinnerungen, wollten wir dieses Flair unbedingt wieder erleben. Nach 13 Stunden Fahrt erwartete uns jedoch eine Überraschung. Aus dem so heimeligen kleinen Dörfchen ist innerhalb eines Jahres eine Touristenhochburg geworden. Hostels, Restaurants und Spirituell-Suchende und auch solche, die es nur scheinbar sind, überfluteten das Tal. Es war noch immer eine Reise wert. Wie so oft wurden unsere Erwartungen aber nicht erfüllt. Wir sehnten uns nach Ruhe und Einsamkeit, bekamen aber Hippie-High-Life serviert. Es war auf alle Fälle wieder eine super Gelegenheit, um mit deinen Erwartungen umgehen zu lernen. Nach zwei Tagen der Eingewöhnungsphase konnten wir das neue Dharamkot dann auch genießen.

Wir wanderten auch wieder zu „unserem“ Wasserfall und mussten köstlich lachen, als uns mit Sandalen beschuhte Inder nach dem Weg fragten, während sie Chip kauten. Wir nahmen es leicht und hatten dann auch eine schöne Zeit.

Geheimtipps für Dharamsala und Dharamkot

Zum Abschluss möchte ich euch noch einige „Geheimtipps“ für Dharamsala, Dharamkot und Bagsu Nag geben. Wobei, so gemein sind die ja nicht mehr. Ein absolutes Muss: Probiert Bagsu Cake!!! Ach wenn ich nur daran denke, könnt ich schon einen Flug buchen. Das ist mein ABSOLUTES Lieblingsdessert!! Den besten bekommst du in Bagsu in dem Geschäft der diese Köstlichkeit aus Keks, Kondensmilch und Schokolade erfunden hat.

Wenn du schon dort bist, musst du natürlich unbedingt das Kloster des Dalai-Lama besuchen. Achte aber darauf, dass du dich angemessen verhältst. Das heißt keine Shorts und kurze Tops. Bedecke zumindest Knie und Schultern. Die Mönche sind Besucher gewohnt und es gibt auch immer wieder Hinweis-Schilder für das richtige Verhalten. Aber keine Angst, es ist nicht sehr schwer. Schrei nicht rum, zieh deine Schuhe vor den Tempeln aus und schieße nicht gerade tausend Fotos von den betenden Mönchen.

Momos. Es gibt sie überall, doch meine Lieblingsmomos sind die frittierten Veg-Momos, die von den älteren Damen auf der Hauptstraße von McLeod Ganj verkauft werden. Achtung: Das Chutney, das es dazu gibt, ist sehr scharf! Aber die Momos schmecken auch ohne Chutney sehr lecker… (du siehst schon, ich hab eine Schwäche für Essen 😉 )

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