shamanicyogini_feminismus

Warum ich keine Feministin bin und Feminismus dumm finde

Heute möchte ich über Feminismus sprechen. Unsere Yogaklassen in Österreich werden meistens von Frauen besucht und da wird das auch immer wieder zu Thema. Viele alternativ eingestellte Frauen sind starke Verfechterinnen des Feminismus.

Ich bin aber eher eine starke Verfechterin gegen den Feminismus. Du musst verstehen, dass Feminismus ist eine einseitige Sache. Zurzeit ist unsere Welt von den Männern dominiert. Würde der Feminismus erfolgreich sein, dann wäre die Welt von den Frauen dominiert. Für einige mag dies das Ziel sein. Sie denken, Frauen sind sensibler und alles würde unter der Herrschaft der Frauen besser laufen. Nur würde das auch eine einseitige Führung sein.

Wir brauchen beide Kräfte

Es geht nicht darum, die Welt männlich oder weiblich zu machen. Wir brauchen Menschlichkeit. Nur durch Menschlichkeit werden wir vorankommen. Nur durch Menschlichkeit sind wir Menschen. Du musst verstehen, dass du sogar in dir selbst beide Aspekte hast: männlich und weiblich. Jede Person besteht aus weiblichen und männlichen Teilen. Ein paar Männer sind mehr weiblich und ein paar Frauen sind mehr männlich, aber jeder trägt beide Teile in sich.

Shiva: Halb Mann, halb Frau

Shiva symbolisiert dies sehr gut. Er ist der maskulinste Gott überhaupt und selbst er trägt beide Kräfte in sich: Shiva – Shakti. Das wird meistens missverstanden. Es geht hier um eine Person, die beide Aspekte in sich trägt. Der männlichste Gott ist also auch eine halbe Frau. Verstehe, dass nicht das Geschlecht wichtig ist, sondern die Menschlichkeit.

shiva_aum_namah_shivaya

Die Herrschaft der Männer

Die Welt steht heute unter der Herrschaft der Männer. Es ist allerdings keine Lösung, die Männer loszuwerden und die Frauen an die Macht zu bringen. Es geht darum, die jetzige Welt etwas frauenfreundlicher zu machen. Das heißt nicht, dass die Männer, die Tür aufhalten müssen. Es geht auch nicht darum, dass manche Frauen beleidigt werden, wenn ihnen jemand die Tür aufhält, denn sie ist ja eine starke Frau und kann die Tür selbst aufmachen. Nein, es geht um was ganz anderes.

Machen wir die Welt frauenfreundlich

Die Welt muss so organisiert sein, dass sich die Frauen in ihr wohlfühlen und unterstützt werden. Sie sollen arbeiten gehen dürfen und die Möglichkeit haben, es sich so einzuteilen, dass sie auch noch ihre Kinder erziehen können. Es geht auch darum, es Frauen zu ermöglichen, sich voll und ganz auf die Erziehung zu konzentrieren. Sie sollen sich nicht schlecht fühlen müssen, weil sie nicht arbeiten gehen wollen. Manche Frauen wollen in der Mutterrolle aufgehen.

Männer und Frauen sind nicht gleich

Der Feminismus fordert das Losbrechen aus den Rollen. Ich denke aber, diese Rollen entstanden aus dem natürlichen Ablauf der Natur. Männer und Frauen sind nicht gleich. Das ist auch wichtig so, denn deshalb funktioniert unsere Welt. Das männliche Prinzip ist das starke, führende, logische. Das weibliche ist überlegt, sensible und fühlend, das Mütterliche. Das sind die Unterschiede zwischen männlich und weiblich. Diese Unterschiede sollen wir nicht vernichten, sondern feiern.

shamanicyogini_feminismus_weiblichkeit

Keine weibliche Welt, sondern eine menschliche

Das Problem des Feminismus ist dieses gewalttätige Eindringen in eine männlich dominierte Welt. Es geht nicht darum, die männliche Welt zu überrollen. Wir sollten die Welt, wie sie jetzt ist, soweit verändern, dass es auch für die Frauen möglich ist, ihre Energien frei auszuleben. Teilweise passiert das auch schon. Langsam und stetig müssen wir den Weg, auch dem wir bereits beschreiten, weitergehen. Dieser Weg führt uns zu einer humanitären Welt. Ich reagiere deshalb allergisch auf den Begriff „Feminismus“. Ich will keine frauen-geführte Welt. Ich will eine Welt, in der ALLE MENSCHEN entscheiden, wohin es gehen soll – Männer und Frauen. Wir brauchen beide Aspekte!

Fang bei dir selbst an

Wie auch Shiva aus Mann und Frau besteht, so trägt jede Person beide Aspekte in sich. Um ein Gleichgewicht der Kräfte in der Welt herzustellen, musst du zuallererst ein Gleichgewicht in dir selbst herstellen. Gleiche deinen beiden Seiten aus: männlich und weiblich, warm und kalt, Sonne und Mond, „Ha“ und „Tha“. Genau darum geht es beim Hatha-Yoga. Die zwei Seiten werden ausgeglichen und in Balance gehalten. Wenn wir selbst in Balance sind, können wir auch die Welt in Balance bringen.

Hirn vor Muskel

Unsere Welt ist schon auf dem Weg zur Ausgeglichenheit von Männlichkeit und Weiblichkeit. Der männliche Aspekt ist stark und muskelbetont. Unsere Welt hat sich schon soweit verändert, dass die Muskelkraft durch die Maschinenkraft ersetzt wurde. Nun gewinnt nicht mehr der Stärkste, sondern der Schlauste. Zum Glück ist die Intelligenz unter den Geschlechtern gleichermaßen verteilt. Das heißt, die Chancengleichheit ist bereits gegeben.

NACHTRAG:

Nach der heftigen Reaktion auf diesen Artikel, möchte ich gerne noch ein paar Dinge etwas klarer darstellen.

Starke Reaktionen waren abzusehen und auch gewollt (das fängt schon beim Titel des Artikels an). Natürlich bin ich mir bewusst, dass solche Aussagen, starke Emotionen bei anderen hervorrufen können.

Um das Wort “Feminismus” nicht nur leer im Raum stehen zu lassen, kommt hier noch eine Definition (es gibt viele Ausprägungen des Feminsmus, das hier ist nur die Definition von der in Europa gängigsten Ausprägung): Feminismus ist eine „Ideologie und gesellschaftliche Bewegung, die die Gleichberechtigung der Frau in allen Lebensbereichen und eine Veränderung der gesellschaftlichen Rollen von Frauen anstrebt“.

Und abschließend nocheinmal, warum ich kein Anhänger dieser Ideologie bin: Feminismus spaltet uns in zwei Lager. Wir müssen aber erkennen, das wir EINE Menschheit sind. Feminismus war in den letzten Jahrzehnten nötig und wichtig. In vielen Teilen der Welt ist das auch jetzt noch wahr. Ich denke aber, dass wir an einem Punkt angelangt sind, an dem wir hier in Europa Geschlechterrollen fallen lassen können und unsere MENSCHLICHKEIT zum Ausdruck bringen sollen, ganz unabhänging von jeglichen Ideologien. 

Wandel ist auch ohne Kampf möglich. Aus Krieg wird niemals Frieden entstehen.

Leave a Comment

Scroll Up